Wer für ein Grundstück verantwortlich ist, muss grundsätzlich Vorkehrungen dafür treffen, dass niemand, der sich bestimmungsgemäß auf dem Grundstück aufhält, zu Schaden kommt.

Eine Frau war  nach einem Elternabend im Dunklen auf zwei Treppenstufen des Schulgeländes zu Fall gekommen und hatte sich verletzt. Die Außenbeleuchtung des Schulgeländes war ausgefallen. Die Frau verlangte vom Schulträger Schmerzensgeld und Schadensersatz von zusammen rund 15.000,- Euro.

Vergeblich! Ein Verkehrssicherungspflichtiger muss nicht alle denkbaren Maßnahmen treffen, um einen Unfall völlig auszuschließen. Ein Besucher müsse sich auch den Verhältnissen anpassen und die Verkehrsflächen so annehmen, wie sie sich ihm erkennbar darstellten. Angesichts der Dunkelheit hätte sich die Frau besonders vorsichtig und langsam, quasi tastend, fortbewegen müssen. Sie hätte  die Handytaschenlampe einschalten können.

OLG Oldenburg,  Beschluss v. 7.5.2018, Az. 4 U 1/18

Quelle: Pressemitteilung OLG Oldenburg vom 3.7.2018