Kos­ten eines Zi­vil­pro­zes­ses, in dem ein Erbe ver­meint­li­che zum Nach­lass ge­hö­ren­de An­sprü­che des Erb­las­sers gel­tend ge­macht hat, sind als Nach­lass­re­ge­lungs­kos­ten vom Er­werb von Todes wegen ab­zugs­fä­higg emäß § 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG abzugsfähig. § 10 Abs. 6 Satz 1 ErbStG steht dem Abzug nicht entgegen.

Gemäß § 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG sind, soweit sich nicht aus den Absätzen 6 bis 9 etwas anderes ergibt, als Nachlassverbindlichkeiten u.a. die Kosten abzugsfähig, die dem Erwerber unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses oder mit der Erlangung des Erwerbs entstehen. Kosten für die Verwaltung des Nachlasses sind nicht abzugsfähig (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 3 ErbStG).

Der Begriff der Nachlassregelungskosten ist grundsätzlich weit auszulegen. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Regelung des Nachlasses liegt vor, wenn die Kosten in engem zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit dem Erwerb von Todes wegen und nicht erst durch die spätere Verwaltung des Nachlasses (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 3 ErbStG) anfallen.

BFH, Urteil v. 6.11.2019, II R 29/16