Das OLG Frankfurt/M. hat einen Personalberater zu Schadenersatz verurteilt, weil er einer abgelehnten Bewerberin mitteilte, dass sein Auftraggeber sie als Frau nicht einstellen wollte.

OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 8.5.2014, Aktenzeichen 16 U 175/13:

Ein Maschinenfabrikationsunternehmen beauftragte d einen Personalberater mit der Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit für die Position eines technischen Verkäufers in ihrem Hause. Nachdem der Personalberater die Unterlagen einer Bewerberin übersandte, erfohr er vom Personalleiter der Arbeitgeberin, dass man für die Position keine Frau wünsche. Als der Beratungsvertrag zwischen den Parteien beendet war und der Pesonalberater sein Honorar erhalten hatte, teilte er der Bewerberin mit, dass das Unternehmen keine Frau einstellen wolle. Zugleich bezeichnete er das Verhalten des Unternehmens als skandalös und diskriminierend und riet der Bewerberin, sich wegen eines möglichen Schadenersatzes an einen Rechtsanwalt zu wenden. dann verklagte die abgelehnte Bewerberin das Unternehmen wegen Verstoßes gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.

In dem arbeitsgerichtlichen Verfahren schlossen das Unternehmen und die Bewerberin einen Vergleich über eine Entschädigung in Höhe von 8.500,– €. Diesen Betrag sowie weitere Folgekosten – insgesamt rund 11.500,– € – forderte das Unternehmen im vorliegenden Verfahren von dem Perosnaberater mit der Begründung zurück, dieser habe seine vertragliche Verschwiegenheitsverpflichtung ihr gegenüber verletzt.

Das zunächst angerufene Landgericht hat die Klage abgewiesen. Auf die hiergegen von dem Unternehmen eingelegte Berufung hat das OLG das erstinstanzliche Urteil nun abgeändert und den Personaberater zum Ersatz eines Drittels des dem Unternehmen entstandenen Schadens verurteilt.