Neue Immobilienwertermittlungsverordnung ab 1.7.2010

Der Bundesrat hat im Mai 2010 der neuen Verordnung über die Grundsätze für die Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken (Immobilienwertermittlungsverordnung – ImmoWertV) zugestimmt. Diese wird nun zum 1.7.2010 in Kraft treten.

Die Verordnung legt die Grundsätze zur Ermittlung der Verkehrswerte von Grundstücken fest. Während der Verkehrswert den Preis bezeichnet, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr sehr wahrscheinlich erzielt werden kann, hängt der Wert einer Immobilie von vielen Faktoren ab, wie z. B. von der künftigen Entwicklung am Standort.

Die Verordnung findet überall dort Anwendung, wo der Marktwert von Grundstücken oder Immobilien ermitteln werden muss. Anwender sind vor allem die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte, Sachverständige für die Grundstückswertermittlung, Banken und Versicherungen. Sie wird daher auch für viele Bürger relevant, und zwar

* beim Kauf und Verkauf als Basis für Kaufpreisverhandlungen,
* zur Ermittlung des Beleihungswerts/Höhe von dinglich gesicherten Darlehen,
* bei Vermögensauseinandersetzungen (Zugewinnausgleich) im Rahmen einer Scheidung,
* bei der Ermittlung des Pflichtteils-/Pflichtteilsergänzungsanspruchs in Erbfällen,
* im Rahmen der Berechnung des Abfindungs-/Ausgleichsanspruchs an Miterben bei der vorweggenommener Erbfolge oder Erbauseinandersetzung,
* bei der Bewertung eines Wohnrechts oder Nießbrauchs,
* in Enteignungs- und Entschädigungsverfahren oder bei Zwangsversteigerungen sowie
* bei der Berechnung der Erbschaftsteuer: Ist der Steuerzahler der Auffassung, dass der von der Finanzbehörde ermittelte Wert erheblich höher als der tatsächliche niedrigere Verkehrswert ist, kann er auf seine Kosten einen Nachweis über die Höhe des Verkehrswerts erbringen.

BGBl 2010 I S. 639

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