Der Insolvenzschuldner erzielt die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, wenn der Insolvenzverwalter die vom Schuldner als Vermieter begründeten Mietverträge erfüllt. Wird dann die Einkommensteuer erstmals nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens festgesetzt, ist der Steuerbescheid dem vormaligen Insolvenzschuldner als Inhaltsadressat bekannt zu geben; eine Bekanntgabe an den vormaligen Insolvenzverwalter kommt nicht mehr in Betracht.

Handlungen des Insolvenzverwalters werden dem Schuldner grundsätzlich zugerechnet. Wenn die erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens i.S. von § 38 InsO begründeten Steuerforderungen, soweit sie aus der von der Insolvenzverwalterin fortgeführten Vermietungstätigkeit des Klägers herrühren (sie sind insolvenzrechtlich gem. § 55 Abs. 1 Nr. 2 InsO Masseverbindlichkeiten) vor Verteilung der Masse nicht vom Insolvenzverwalter berichtigt werden (§ 53 InsO), geht dies nicht zulasten des Finanzamts.

BFH, Urteil vom 2.4.2019, IX R 21/17