Wird gegen eine GmbH ein Insolvenzantrag gestellt, muss der Geschäftsführer über die rechtlichen, wirtschaftlichen und tatsächlichen Verhältnisse der von ihm vertretenen Gesellschaft einschließlich gegen Gesellschafter und ihn selbst gerichteter Ansprüche Auskunft erteilen. Er ist aber nicht verpflichtet, über seine eigenen Vermögensverhältnisse und die Realisierbarkeit etwaiger gegen ihn gerichteter Ansprüche Angaben zu machen.

Ansprüche der insolventen GmbH gegen Gesellschafter und Geschäftsführer sind Bestandteil der Insolvenzmasse. Die Auskunftspflicht hat den Zweck, Ansprüche der insolventen GmbH gegen Gesellschafter oder Geschäftsführer aufzudecken. Mit Rücksicht auf den Vorrang der Gläubigerinteressen müssen Geschäftsführer folglich Informationen offenbaren, die sich zum Nachteil der Gesellschafter oder auch zum eigenen Nachteil auswirken können.

BGH, Beschluss vom 5.3.2015, IX ZB 62/14