Der Goodwill einer freiberuflichen Praxis ist als immaterieller Vermögenswert grundsätzlich in den Zugewinnausgleich (§§ 1373 ff. BGB) einzubeziehen. Bei der Bemessung eines solchen Goodwill ist im Rahmen der modifizierten Ertragswertmethode ein Unternehmerlohn abzusetzen, der sich an den individuellen Verhältnissen des Inhabers orientiert (BGH, Urteil v. 9. 2. 2011 – XII ZR 40/09).

Der Goodwill einer freiberuflichen Praxis ist als immaterieller Vermögenswert grundsätzlich in den Zugewinnausgleich (§§ 1373 ff. BGB) einzubeziehen. Bei der Bemessung eines solchen Goodwill ist im Rahmen der modifizierten Ertragswertmethode ein Unternehmerlohn abzusetzen, der sich an den individuellen Verhältnissen des Inhabers orientiert. Denn nur auf diese Weise kann der Wert ausgeschieden werden, der auf dem persönlichen Einsatz des Inhabers beruht und nicht auf einen Übernehmer übertragbar ist. Die stichtagsbezogene Bewertung einer Inhaberpraxis im Zugewinnausgleich setzt eine Verwertbarkeit der Praxis voraus. Deswegen sind bei der stichtagsbezogenen Bewertung dieses Endvermögens latente Ertragssteuern abzusetzen, und zwar unabhängig davon, ob eine Veräußerung tatsächlich beabsichtigt ist. Die Berücksichtigung eines Goodwills im Zugewinnausgleich verstößt auch nicht gegen das Doppelverwertungsverbot, weil er den am Stichtag vorhandenen immateriellen Vermögenswert unter Ausschluss der konkreten Arbeitsleistung des Inhabers betrifft, während der Unterhaltsanspruch auf der Arbeitsleistung des Inhabers und weiteren Vermögenserträgen beruht.

Anmerkung: Nach dem Doppelverwertungsverbot darf ein güterrechtlicher Ausgleich eines Vermögenswerts nicht stattfinden, soweit diese Position bereits auf andere Weise ausgeglichen wurde. Das gilt sowohl für das Verhältnis zwischen Zugewinnausgleich und Versorgungsausgleich (§ 2 Abs. 4 VersAusglG) als auch für das Verhältnis zwischen Unterhalt und Zugewinnausgleich (Rechtsprechung des BGH).

Quelle: BGH, Urteil v. 9. 2. 2011 und nwb-Verlag v. 21.3.2011