Angesichts mehrerer Skandale wie dem Facebook-Datenleck oder den „Panama Papers“, die erst durch Whistleblower öffentlich geworden waren, hatte die EU-Kommission im April 2018 einen Vorschlag zum einheitlichen Schutz der Hinweisgeber vorgelegt.

Die Staaten einigten sich am 25.1.2019 in Brüssel auf EU-weite Mindeststandards für das Melden von Missständen im eigenen Unternehmen. Diese sollen bei Firmen und Behörden mit mindestens 50 Mitarbeitern künftig in drei Schritten gelten: Zuerst durch Meldestellen in den Unternehmen, dann durch staatliche Einrichtungen und schließlich durch Öffentlichmachung durch Medien. Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments einigten sich am 12.3.2019 in Straßburg auf EU-weite Mindeststandards zum Schutz von Whistleblowern.

EU-Staaten und Parlament müssen die Einigung noch formell bestätigen. Anschließend haben die Länder rund zwei Jahre Zeit, die neue Richtlinie in nationales Recht umzuwandeln.

Am 19.4.2018 hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/943 zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen vor rechtswidrigem Erwerb sowie rechtswidriger Nutzung und Offenlegung vorgelegt. Dieser Entwurf soll auch dem Schutz von Hinweisgebern Rechnung tragen. In seiner Sitzung vom 12.12.2018 hat der Bundestagsausschuss für Recht und Verbraucherschutz über den Regierungsentwurf für ein „Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/943 zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen vor rechtswidrigem Erwerb sowie rechtswidriger Nutzung und Offenlegung“ beraten und eine Sachverständigenanhörung durchgeführt.