Die Ausschlagungsfrist beginnt gemäß § 1944 Abs.  2 BGB mit Kenntnis vom Erbfall und Berufungsgrund. Dabei ist maßgeblich auf die Kenntnis beim gesetzlichen Vertreter abzustellen.  Die Ausschlagungsfrist beträgt gemäß § 1944 Abs. 1 BGB sechs Wochen.

Bei der Ausschlagung einer Erbschaft, die einem minderjährigen Kind angefallen ist, handelt es sich jedoch gemäß § 1643 Abs. 2  BGB um eine genehmigungsbedürftige Erklärung. Der gesetzliche Vertreter kann die Ausschlagung bereits vor Erteilung der Genehmigung durch das Familiengericht erklären, denn § 1831 S. 1 BGB, der an sich bei einseitigen Rechtsgeschäften eine vorgängige Genehmigung fordert, ist einschränkend dahin auszulegen, dass bei einseitigen Rechtsgeschäften, die innerhalb einer Frist vorzunehmen sind, die Genehmigung innerhalb der Frist nachgeholt werden kann.

Die Genehmigung muss aber vor Ablauf der Ausschlagungsfrist beantragt werden. Für die Wirksamkeit der Ausschlagungserklärung ist es nach ganz herrschender Meinung erforderlich, dass der gesetzliche Vertreter von der wirksamen Genehmigung auch Gebrauch macht.

OLG Frankfurt/M., Beschluss v. 14.9.2018, 21 W 56/18