Ein sich aus der Gewinnermittlung ergebender Investitionsabzugsbetrag ist unterhaltsrechtlich nicht relevant, wenn er nicht bis zum dritten auf das Wirtschaftsjahr des Abzugs folgenden Wirtschaftsjahrs in Anspruch genommen wird. Die mit der Auflösung des Investitionsabzugsbetragss verbundene Steuernachzahlung ist bei der Einkommensermittlung in Abweichung vom In-Prinzip grundsätzlich fiktiv dem Jahr, in dem der steuerliche Vorteil für die Rückstellung eingetreten war, zuzurechnen.

Vom grundsätzlich geltenden In-Prinzip kann abgewichen werden, soweit es bei verzögerter Abgabe der Steuererklärung zu einer Einkommensverzerrung kommt. Dies muss erst Recht gelten, wenn es durch unrichtige oder unvollständige Angaben in einer Steuererklärung zu einer verzögerten Steuernachforderung kommt.

OLG Brandenburg, Beschluss v. 22.5.2018, 10 UF 22/16.

Hinweis: Unternehmer/Freiberufler können gem. § 7g EStG unter bestimmten Voraussetzungen für die künftige Anschaffung oder Herstellung von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, die mindestens bis zum Ende des dem Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung folgenden Wirtschaftsjahres in einer inländischen Betriebsstätte des Betriebes ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich genutzt werden, bis zu 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd abziehen (Investitionsabzugsbeträge).