Die Verpflichtung des Erbbaurechtberechtigten, das Gebäude bei Beendigung des Erbbaurechts abzubrechen, ist durch einen Abschlag zu berücksichtigen. Bei Bewertungen im Ertragswertverfahren ist die Höhe des Abschlags der Anlage 9 der BewRGr zu entnehmen (Abschn. 48 Abs. 5, 50 Abs. 3 BewRGr). Diese Tabelle endet bei einer restlichen Lebensdauer des Gebäudes von 30 Jahren.

Der Abschlag wegen Abbruchverpflichtung hat zu unterbleiben, wenn in Bezug auf den Bewertungsgegenstand konkret voraussehbar ist, dass es trotz Abbruchverpflichtung nicht zum Abbruch der Gebäude kommen wird (vgl. § 92 Abs. 4 BewG und § 94 Abs. 3 Satz 3 BewG).

Nach BFH-Urteil vom 16. 1. 2019 II R 19/16 (BFH/NV S. 852) und BFH-Urteil vom 30. 1. 2019 II R 26/17 (BFH/NV S. 855) ist die Frage, ob der Nichtabbruch eines Gebäudes trotz Abbruchverpflichtung voraussehbar ist, anhand des Verhaltens der am konkreten Miet- oder Pachtvertragsverhältnis Beteiligten zu beurteilen.

OFD Frankfurt/M., Verfügung v.  3.7.2019, S 3215 A-003-St 72.