BFH, Urt. v. 29.03.2012, VI R 47/10

1. Die tatsächliche Zwangsläufigkeit von Aufwendungen für Sa­nierungsarbeiten an Asbestprodukten ist nicht anhand der ab­strakten Gefährlichkeit von Asbestfasern zu beurteilen; erfor­derlich sind zumindest konkret zu befürchtende Gesundheitsge­fährdungen.

2. Sind die von einem Gegenstand des existenznotwendigen Be­darfs ausgehenden konkreten Gesundheitsgefährdungen auf einen Dritten zurückzuführen und unterlässt der Steuerpflichtige die Durchsetzung realisierbarer zivilrechtlicher Abwehransprüche, sind die Aufwendungen zur Beseitigung konkreter Gesundheitsge­fährdungen nicht abziehbar.

3. Bei der Beseitigung konkreter von einem Gegenstand des existenznotwendigen Bedarfs ausgehender Gesundheitsgefahren ist ein vor Durchführung dieser Maßnahmen erstelltes amtliches technisches Gutachten nicht erforderlich. Gleichwohl hat der Steuerpflichtige nachzuweisen, dass er sich den Aufwendungen aus tatsächlichen Gründen nicht entziehen konnte.