Gegen die Regelung über die Kindesanhörung in § 159 FamFG bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken; insbesondere ist die Auslegung nicht zu beanstanden, wonach bei der Ermessensausübung zu berücksichtigen ist, dass die Anwesenheit der Eltern regelmäßig nicht sachgerecht ist, weil dem Kind dann keine unbefangenen Äußerungen möglich sind. Um eine dem Anspruch auf rechtliches Gehör genügende Information der Eltern über den Inhalt der in ihrer Abwesenheit erfolgten Kindesanhörung zu gewährleisten, bedarf es nach § 28 Absatz 4 Satz 1 und 2 FamFG einer Dokumentation des wesentlichen Inhalts der Anhörung in den Verfahrensakten.

BVerfG, Nichtannahmebeschluss v. 5.6.2019, 1 BvR 675/19